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allgemeine Informationen zum Hexagon

 

Im normalen Square-Dance tanzen 4 Paare, die sich zu Beginn in Form eines Quadrats (square) aufgestellt haben.

Hier wird nun beschrieben, wie 6 Paare miteinander tanzen, die sich zu Beginn in Form eines Sechsecks (Hexagon) aufstellen. Sie tanzen dieselbe Choreographie in der gleichen Zeit wie im normalen Square. Der Caller gibt also wie gewohnt seine Kommandos und auf der Tanzfläche können gleichzeitig einige Tänzer mit 4 Paaren in einem Square und andere Tänzer mit 6 Paaren in einem Hexagon dazu tanzen.

Es gibt auch andere Variationen unter der Bezeichnung Hexagon, bei der ebenfalls 6 Paare miteinander tanzen. So können 4 Head-Paare (je 2 Head-Paare nebeneinander) und 2 Side-Paare in Form eines Rechtecks Aufstellung nehmen.

Da nur die hier vorgestellte Variante in einem Sechseck beginnt, wird sie auch als True oder Real Hexagon bezeichnet.

 

Das Paar, das mit dem Rücken zum Caller steht, ist ein Head-Paar. Daneben stehen abwechselnd sides und heads. Im Gegensatz zum Square steht also jedem Head-Paar ein Side-Paar gegenüber.

 

Grundsätzlich kann man vier (Grund-) Situationen unterscheiden, wie viele Tänzer wo im Hexagon unterwegs sind:

 

I)

 

Alle Tänzer sind aus der Grundaufstellung (Hexagon) bzw. im großen Kreis (circle) aktiv:

 

Fast keine Abweichungen zum Tanzen im Square.

 

Promenade: Positionen abzählen!

                     nur die Art der home-Position zählt (head oder side)!

 

Bei dem call "4 ladies promenade inside, get back home and swing" promenieren alle 6 Damen im Innern des Hexagons, gehen – wie im normalen Square - an 3 Herren vorbei (für ein längeres promenade reicht die Zeit nicht) und tanzen einen swing mit dem 4. Herrn, der aber (im Gegensatz zum Square) nicht der Herr ist, von dem aus sie die Figur begonnen haben.

 

Das anschließende „promenade“ wird so weit ausgeführt, dass jeder head-boy auf einer head-Position landet, aber nicht notwendig auf seiner Original-head-Position.

Wenn wir im Hexagon tanzen, während der Caller ganz normal callt, so dass andere Tänzer gleichzeitig im Square tanzen können, beenden wir den Tanz wahrscheinlich nicht mit dem Partner, mit dem wir gestartet sind.

Jeder head-boy führt „(couples) promenade“ so weit aus, dass er auf der nächsten head-Position endet, oder im singing call auf der head-Position, die er erreicht, wenn die Phrase in der Musik das Ende des promenade vorgibt. Beim singing call kann es hilfreich sein, wenn der head-boy Nr. 1 – oder eine andere im Hexagon-Tanzen erfahrene Person – „Und ... Stopp“ ruft, wenn er (und damit auch die anderen Herren) eine passende Position erreicht hat.

Auf jeden Fall behalten die Herren ihre Identität als head oder side und stoppen auf einer entsprechenden Position (head-boy auf head-Position und side-boy auf side-Position).

 

Falls beim Tanzen ein Fehler gemacht wurde, kann es passieren, dass zwei head-boys nach dem (couples) promenade (mit ihrer derzeitigen Partnerin) auf benachbarten Positionen zum Stehen kommen, also einer auf einer side-Position (Entsprechend steht dann natürlich ein side-boy auf einer head-Position). Dann entscheidet die derzeitige Position und nicht die ursprüngliche. Andernfalls gäbe es Probleme beim Weitertanzen. Außerdem  können die Damen ja nur durch die derzeitige Position erkennen, ob sie nun head oder side sind, da sie ja zwischendurch den Partner wechseln.

Bei dem Kommando „heads promenade 1/2 way“ haben die heads wieder die Positionen „abzuzählen“. Sie promenieren – wie im Square - außen um ein side-Paar herum und stellen sich auf die nächste freie head-Position. Sie sind damit nicht ½ um die Formation herumgelaufen sondern nur 1/3.

Ein „right and left grand“ wird – wie im Square – 4 Hände weit getanzt, da nicht mehr Zeit zur Verfügung steht. Das gleiche gilt für „weave the ring“, also an 4 Personen vorbei und promenade mit der fünften.

 

II)

 

(3 x) 2 Paare tanzen außen in einer line (bzw. wave) oder in einer 4er-box:

 

Eigentlich keine Abweichungen zum Tanzen im Square.

Wesentliches Problem ist die Orientierung. Um beide Formationen gleichzeitig zu erkennen: Linien etwas beugen!

 

Nach einem „heads lead right, circle to a line, forward and back“ stehen wir gleichzeitig in einer Linie (die mit den beiden anderen Linien ein Dreieck bildet)

 

 

und in einer 4er-box (die mit den beiden anderen 4er-boxes ein “Y” bildet).

 

 

 

Welche Formation wir leichter erkennen, hängt von der vorher getanzten Figur ab. Welche Formation wir wahrnehmen sollten, hängt von der anschließend zu tanzenden Figur ab. Da wir vorher nicht wissen, welches Kommando als nächstes kommt, müssen wir versuchen, beide Formationen gleichzeitig zu erkennen. Das ist aber kein prinzipiell neues Problem für einen Square-Dancer. Auch in einem Square müssen wir bei zwei parallelen Linien (oder waves) gleichzeitig die Linie (oder wave) und die 4er-box in der wir mit zwei Tänzern der anderen Linie (oder wave) stehen, erkennen, da der anschließende call z.B. „centers run“ (innerhalb der eigenen Linie oder wave) oder beispielsweise „walk and dodge“ (innerhalb der 4er-box) sein kann. Im Hex Square ist nur die 4er-box schwerer zu erkennen, wenn sich die Tänzer in einem aus drei Linien gebildeten Dreieck aufgestellt haben (die box ist dann ein verbogenes Viereck). Oder die Linie ist schwerer zu erkennen, wenn sich die Tänzer in einem aus drei 4er-boxes gebildeten „Y“ aufgestellt haben (Die Linie ist dann geknickt). Es empfiehlt sich daher im Hex Square - wenn immer möglich - zu Linien durchzufassen (was man ja auch im Square tun sollte) und die Linien etwas zu knicken bzw. zu beugen,

 

 

damit für jedes folgende Kommando die passende Ausgangsformation (Linie oder 4er-box) erkannt wird.

 

III)

 

3 Paare tanzen im center:

Besonderheiten im Hexagon im Vergleich zum Tanzen im Square:

 

1) Wir gehen im Bogen statt geradeaus!

Mit dem Kommando „heads path thru“ werden alle drei head-Paare aktiviert. Stellt Euch vor, im center der Gesamt-Formation befindet sich ein starker Magnet, der Euch abstößt, wenn Ihr versucht, in die Mitte zu gelangen. Die links stehenden Tänzer (bei normaler Paar-Aufstellung: die Herren) gehen einen Bogen nach links. Die rechts stehenden Tänzer (bei normaler Paar-Aufstellung: die Damen) gehen einen Bogen nach rechts.

 

 

Der head-boy Nr. 1 führt sein path thru also mit der head-lady Nr. 5 aus, die head-lady Nr. 1 mit dem head-boy Nr. 3 und die head-lady Nr. 3 mit dem head-boy Nr. 5. Dabei erhält man einen neuen Partner!

 

 

2) Wenn 3 Personen im very center eine Drehung auszuführen haben, bilden sie (anstelle einer mini-wave oder eines arm-turns) einen star!

Dies ist an sich nichts Besonderes. 2 Personen im center können sich an einer Hand aneinan-der vorbeiziehen (z.B. beim „2 ladies chain“), einen arm turn machen (z.B. beim „scoot back“) oder einen trade um eine Handverbindung tanzen (z.B. beim „swing thru“). Wenn mehr als 2 Tänzer sich treffen, wird diese Aktion immer durch das Drehen eines stars ersetzt (wie beim „4 ladies chain“). Ein solcher star kommt im Hexagon nur wesentlich häufiger vor als im Square, da alle Kommandos, die im Square 2 Paare aktivieren (heads oder sides), im Hexagon 3 Paare ansprechen (da es 3 head- und 3 side-Paare gibt).

 

3) Der Drehungsumfang im center ist geringer!

Bei einem „head ladies chain“bilden die 3 head-ladies einen right-hand star.

 

 

Sie drehen den Stern so weit, dass sie am nächsten Herrn (einem side-boy) vorbei gehen und vom übernächsten Herrn (dem nächsten head-boy) mit einem courtesy turn in Empfang genommen werden.

 

 

Der Stern wir also nicht ½ = 2/4 (wie im Square) sondern 2/6 = 1/3 weit gedreht oder weniger mathematisch: der Drehungsumfang im center ist im Hexagon etwas geringer als im Square.

Bei einem „4 Ladies Chain“bilden alle 6 ladies einen right-hand star,

 

 

gehen am nächsten Herrn vorbei und tanzen den courtesy turn mit dem übernächsten Herrn. Die 6 Damen drehen den Stern also ebenfalls statt 1/2 nur 1/3  herum.

Ein „4 Ladies Chain ¾“sieht im Hex Square so aus, dassalle 6 ladies einen right-hand star bilden, den Stern so weit drehen, dass sie am nächsten und am übernächsten Herrn vorbei gehen und mit dem 3. Herrn einen courtesy turn tanzen.

 

 

Wie im normalen Square drehen die Damen den Stern bei dieser Figur also an zwei Herren vorbei und machen mit dem 3. den courtesy turn. Anders ausgedrückt: Sie drehen den Stern nicht ¾ sondern 3/6 = ½ herum.

 

4) Definitionen sind wichtig!

Für das Tanzen im Hexagon ist es hilfreich, wenn man die Definitionen der Figuren abrufbereit hat. Das Tanzen nach Gefühl bzw. nach dem gewohnten Ablauf ist im Hexagon nicht so leicht möglich, da die jeweilige Formation oftmals anders aussieht als im Square.

 

IV)

 

Alle Tänzer sind aktiv auf der gesamten Tanzfläche

(z.B. “double pass thru”, “all 8 [im Hexagon 12] circulate”, “ferris wheel”, “spin chain thru”)

 

Es gelten die gleichen Abweichungen zum Square wie oben bereits erwähnt.

Besonders bei den komplexen Figuren ist das schrittweise „Abarbeiten“ der Definition -  teilweise abgewandelt nach den oben genannten Regeln – notwendig, da gerade hier das Bild der Formation bzw. der Tanzwege nicht dem aus dem Square gewohnten Bild entspricht.

 

 

Text und Bilder: B. Steiner